1945 bis Heute

Die ersten Nachkriegsjahre

 Nach Kriegsende fehlten Lebensmitteln und Brennmaterial und viele Bewohner hatten ihren Arbeitsplatz verloren. Als 1946 neben den Ausgebombten aus Kassel auch noch eine größere Zahl Heimatvertriebener im Dorf einquartiert wurde, war die Wohnnot sehr groß. Doch schon bald ging es aufwärts. Die Heimatvertriebenen feierten 1948 erstmals in Haldorf ihre „Fastnacht“, ein den Alteingesessenen unbekanntes Vergnügen. 

 

Die Aufwärtsentwicklung ab 1950

 Bis 1950 wurden bereits fünf neue Häuser gebaut und diese Entwicklung hielt ungebrochen bis heute an. So umfasste Haldorf 1995 rund 300 Häuser. Weitere Anzeichen der positiven Entwicklung waren der in Selbsthilfe gebaute Sportplatz (1950) und das auf die gleiche Weise errichtete erste hessische Dorfgemeinschaftshaus (kurz DGH; 1951). Von 1956 – 1966 gab es den im DGH untergebrachten Sommerkindergarten. Im Schulbereich setzte die umgekehrte Entwicklung ein: Nach dem Bau der Mittelpunktschule schloss 1964 die Haldorfer Schule. 1972 erhielt das Dorf eine eigene Kirche in Form einer Mehrzweckhalle, die auch für Beerdigungen benutzt wird.

 

Der Friede und die Aufwärtsentwicklung der Wirtschaft wirkten sich positiv auf das Lebensgefühl der Menschen aus. Man feierte gerne und verbrachte die Freizeit gemeinsam mit verschiedenen Aktivitäten in und um Haldorf. Die Hausschlachtung zur Ernährung der Familie hatte weiterhin eine große Bedeutung, andererseits konnten sich vereinzelt Dorfbewohner schon einen eigenen Wagen leisten.

Den größten Umfang an öffentlichen Einrichtungen erreichte man in den 70er Jahren. Damals befanden sich im Dorf zwei Lebensmittelläden, drei Gastwirtschaften (eine davon im DGH) und je ein Blumenladen, Friseur, Metzger, Post, Raiffeisenbank, und eine Sparkasse. Im Gegensatz zu früher arbeiteten die Bewohner nun nicht mehr in der Landwirtschaft, sondern in den Nachkriegsjahren zunächst vor allem in kleineren Betrieben und dann zunehmend in Großbetrieben, während die kleineren ihre Tätigkeit häufig einstellten. Als großer Arbeitgeber ist besonders das VW – Werk in Baunatal zu nennen. Auch die kommunale Struktur wandelte sich. Schon seit Jahrhunderten ist für Haldorf die Existenz eines Dorfgreben belegbar, den man später Bürgermeister nannte. Von 1946 – 1960 war August Franke Bürgermeister in Haldorf. Danach bekleitete er bis 1984 das Amt des Landrates des Schwalm – Eder – Kreises. 1972 schlossen sich zunächst Grifte, Holzhausen und Haldorf zu einer Großgemeinde zusammen. Nun gab es nur noch einen Bürgermeister für alle drei Gemeinden. 1974 kam noch Besse hinzu und man bildete die Großgemeinde Edermünde.

Das Vereinsleben

Seit gut hundert Jahren ist für das gemeinschaftliche Leben in Haldorf die Existenz von Vereinen von großer Bedeutung. Der Kriegerverein als ältester Verein bestand bis 1945, auch der Ziegenzuchtverein besteht nicht mehr. Alle anderen Vereine bereichern noch heute das dörfliche Leben. Dies sind der Gesangverein, der Turn- und Sportverein und die freiwillige Feuerwehr. Hinzu kommen die nach dem 2. Weltkrieg gegründeten Vereine, nämlich die Ortsvereine der AWO und der VdK, der Schützenverein, die Siedlergemeinschaft, der Sportfischer –  Verein „Ederau 66“ und als jüngster der Kultur- und Heimatverein. 1962 wurde die Haldorfer Vereinsgemeinschaft als Zusammenschluss mehrerer Vereine gegründet, löste sich aber im Jahr 2002 wieder auf.

 

Veränderungen in jüngerer Zeit

In den letzten drei Jahrzehnten hat sich im öffentlichen Leben viel verändert. Das Dorf ist weiter gewachsen, die Beziehungen der Bewohner zueinander und die Anzahl der öffentlichen Einrichtungen haben sich verringert oder zumindest verändert. Trotzdem feiert man noch immer gerne Feste wie das Heimatfest, die Kirmes, die Maibaumaufstellung, die 950-Jahrfeier und die 975-Jahrfeier. In zwei Abschnitten wurde die Kanalisation neu verlegt und als Abschluss eine völlig neue Straßendecke mit leicht veränderter Straßenführung aufgebracht. Es folgte die Verlegung einer Gasleitung zur Versorgung des ganzen Dorfes und in den Jahren 1997 und 2014 wurden zwei Baugebiete erschlossen, so dass die heutige Einwohnerzahl etwa 1460 Personen beträgt.

Winterräumpflicht 2019

 

Bei Straßen mit nur einem Gehweg:

Gegenüberliegender Anlieger des Bürgersteigs

 

Räumpflicht in der Zeit von 6:30 – 20:00 Uhr