Kirmes

-HISTORIE-

Kirmes seit 2004

 

 

Im Jahr 2004 fanden sich wieder junge Leute mit dem Ziel zusammen, die Kirmes neu zu beleben. Dabei stellte man das Konzept komplett auf eine Zeltkirmes im Mai/Juni ab. Man besucht selbst bis zu 50 andere Kirmesveranstaltungen um mit dem Gegenbesuch dieser Kirmesteams rechnen zu können. Mit dem Fassbieranstich am Donnerstag, dem Discoabend mit DJ am Freitag, dem Ständchenspielen und Tanzabend am Samstag, sowie Gottesdienst und Kaffeenachmittag am Sonntag, wurde der Ablauf der Kirmes neu gestaltet. Auf Gesundheiten, das Sammeln von Lebensmitteln, eine Tombola und den Umzug am Sonntag wird komplett verzichtet.

Kirmes in den 70er / 80er Jahren

 

Durch die wachsende Einwohnerzahl im Dorf sah man sich gezwungen, die Kirmes im Dorfgemeinschaftshaus auszurichten. Ausrichter der Kirmes waren nunmehr die Vereine des Dorfes in wechselnder Verantwortung. Die Kirmensburschen und Kirmesmädchen fanden sich unter den Vereinsmitgliedern. Neben dem Ausgraben der Kirmes am Freitag (Ausgraben einer im Jahr vorher vergrabenen Schnapsflasche), Ständchenspielen am Samstag mit Verkauf von grünem Kuchen und dem Tanzabend stand weiterhin das Sammeln von Lebensmitteln am Sonntag zum sofortigen Verzehr im Vordergrund.

 

Traditionell trafen sich weiterhin im Gasthaus Hühne Kartenspieler am Kirmessonntag ein. Beim Tanzabend wurden mehrere Gesundheiten gespielt. Dabei bekamen zahlreiche Gäste einen Kirmeshut aufgesetzt. Anschließend wurde zusammen eingehakt bei immer schneller werdender Musik im Kreis getanzt, bis der Kreis auseinander brach oder die Musik aufhörte. Die Gäste mit dem Kirmeshut gaben anschließend eine kleine Geldspende. Zur Aufbesserung der Kirmeskasse veranstaltete man auch häufig eine Tombola. Dabei wurde u.a. auch die Kirmesfahne verlost. Die letzte Kirmes traditioneller Prägung fand im Jahr 1988 statt.

Kirmes in den 50er / 60er Jahren

 

Am Samstag gegen 14 Uhr begann die Feier mit einem Choral. Anschließend ging es auf den Steinbusch, wo die Kirmes ausgegraben wurde. 

Um 20 Uhr begann der Tanzabend auf dem Saal im Gasthaus. Gegen 22 Uhr war es im Saal so voll, dass man einen Strick spannte und die Besuchermenge teilte. Die eine Menge mußte den Saal durch den Haupteingang verlassen, während die andere Menge durch den Hintereingang nachrückte. Nach einiger Zeit wurde gewechselt.

 

Es wurden Gesundheiten gespielt. Dabei wurden zahlungskräftigen Gästen ein Kirmeshut aufgesetzt. Anschließend trugen ihn Kirmensburschen auf den Schultern auf die Bühne. Gegen eine kleine Spende wünschte er sich ein Lied, und die Kirmesburschen sprangen mit weiteren Gästen im Kreis.

 

Am Sonntag gegen 14 Uhr begann der Umzug durch das Dorf mit Kapelle und Kirmesbär. Am Montag zogen die Kirmesburschen bei Einbruch der Dämmerung durch das Dorf und sammelten Wurst und Eier, die anschließend gebraten und verzehrt wurden.

 

Kirmes in den 20er Jahren

 

Die Kirmes fand immer am Wochenende des 1. Advent statt. Dafür brauchte man eine gesonderte Genehmigung, denn ansonsten gab es während der Adventszeit keine Veranstaltungen. Die Organisation lag in den Händen von 4 bis 6 jungen Burschen. Der älteste von Ihnen „Kirmesvater“ genannt, war der Wortführer.

 

Aber auch in den Häusern des Dorfes wurde sich für die Kirmes engagiert. Man backte Blechkuchen für den eigenen Verzehr oder für die Verwandten, was gleichzeitig eine Einladung für die Kirmes war. Im Saal des Gasthauses Blum (heute Hühne) traf man sich zum gemütlichen Beisammensein. Ein buntes Tischtuch wurde zur Kirmesfahne. Während der Kirmes hing diese aus einem Fenster des Gasthauses im Obergeschoss. 

 

Das nebenstehende Foto zeigt den Herdeplatz anlässlich der Kirmes im Jahr 1927. Aus dem Fenster im Obergeschoss des Gasthauses Blum (heute: Hühne) hängt die Kirmesfahne.